Heizöl-News vom 28.12.2003Preise trotzen milder WitterungObwohl bisher der "richtige" Winter in Nordamerika und Europa ausgeblieben ist, verharren die Rohölpreise auch über die Feiertage auf ihren doch relativ hohen Niveau. In NewYork stehen die Futures auf OPEC-Öl derzeit bei 32,86 US-Dollar je Barrel, während in London das Fass "Brent" für 29,30 Dollar gehandelt wird. Die schwachen Konjunkturdaten aus den USA helfen dem Euro seine hohen Kurse um 1,24 Dollar bzw. 0,80 Euro-Cent für einen Dollar zu verteidigen. Die doch recht milde Witterung spiegelte sich auch in den neusten Bestandsdaten aus den USA nieder, die von einen moderaten und stärker als erwarteten Anstieg der Ölvorräte berichten. Wie hierzulande sind auch in den USA relativ milde Temperaturen vorhergesagt, was den Verbrauch senken und die Preise eigentlich fallen lassen müsste. Doch die Preisbildung an den internationalen Ölmärkten wird in der Regel am wenigsten von den fundamentalen, sondern vielmehr von spekulativen, charttechnischen und natürlich politischen Faktoren bestimmt. So stützten die Märkte derzeit Aussagen aus OPEC-Kreisen die besagen, dass keine Erhöhung der Förderquoten geplante seien, auch wenn die Rohöl-Abrechungspreise weiterhin über der 28-Dollar-Marke bleiben sollten. Die derzeitigen Preise spiegelten nicht die wahre Marktlage wieder, was immer diese Aussage auch bedeuten mag. Der Preisbandmechanismus der OPEC sähe eine Erhöhung der Fördermenge um 0,5 Mio. Barrel pro Tag vor, falls die Preise an zwanzig aufeinanderfolgenden Tagen über 28 Dollar pro Barrel liegen würde, so wie man derzeit kurz davor steht. Die Frage stellt sich jedoch, was Beschlüsse der OPEC wert sind, wenn Sie nach Eintritt der Fakten nicht umgesetzt werden? Was passiert, wenn das Preisband irgendwann nach unten durchstoßen wird? Diese Fragen werden wohl im nächsten Jahr beantwortet werden, das für die OPEC eine große Herausforderung darstellen dürfte. Dem sicherlich zufriedenstellenden Rohölpreisen in 2003 stehen nämlich permanente Marktanteilsverluste an Nicht-OPEC-Staaten wie Russland oder Norwegen gegenüber, was das Kartell auf längere Sicht wohl nicht akzeptieren wird und kann. Und so werden auch im nächsten Jahr die Anstrengungen auf Hochtouren laufen, um die "freien" Ölförderländer auf OPEC-Kurs zu bringen und den Ölpreis nachhaltig zu stabilisieren. Ob dies auf einem derart hohen Niveau wie derzeit sein muss, sehen nicht nur die Verbraucher, sondern auch die Wirtschaftsminister der wichtigsten Industrienationen sehr kritisch. Auch in 2004 wird für die deutschen Heizöl- und Benzinpreise der Kurs des Euro eine wichtige Rolle spielen. Kann sich ein wirtschaftlicher Aufwärtstrend in Europa und Deutschland etablieren, wird das derzeitig hohe Niveau wohl gehalten werden können. Geschieht dies nicht, so werden unsere Preise von der Devisenseite wenig Unterstützung erhalten. Mit diesem etwas längerfristig orientierten Marktausblick verabschieden wir uns bei Ihnen für diese Jahr und wünschen Ihnen alles Gute in 2004! |
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