Aktuelle Informationen zur Corona-Krise im Heizöl-Handel und zum Ölpreis-Crash

+ + +  Update vom 22.04.2020  + + +

Die Nachfrage nach Heizöl ist ungebrochen hoch. Viele Kunden hamstern Heizöl wie Toilettenpapier. Im März gingen in etwa dreimal so viele Bestellungen ein, wie sonst üblich in diesem Monat und im April werden es rund viermal soviel Aufträge sein.
Folglich liegen die Lieferzeiten je nach Region nach wie vor bei bis zu 12 Wochen!
Da Händler und auch Großhändler teilweise nicht wissen, wie sie die Ware in acht oder zehn Wochen einkaufen können, müssen hier Risikoaufschläge eingerechnet werden.
Entsprechend groß ist der Druck im Handel, der wie wir alle auch unter den Corona-Maßnahmen leidet.

Währenddessen koppeln sich die Ölpreise an der Börse teilweise völlig vom physischen Markt ab. Beim Terminhandel wurden zeitweise sogar Negativpreise gehandelt, was nichts anderes heißt, als dass der Käufer des Kontraktes zum Öl sogar noch Geld dazubekam. Hier geht es einfach darum, dass das Rohöl vom Käufer auch abgenommen, also abgeholt und gelagert werden muss. Da wohl die wenigsten Börsenhändler weder über Lagermöglichkeiten, noch über die entsprechende Logistik verfügen, kommt es zu solchen Ausreißern, die aber nichts mit dem Heizölhandel hierzulande zu tun haben.

Trotzdem bleibt der Druck auf die Rohölpreise generell hoch, sodass es aus unserer Sicht nach wie vor keine Eile gibt, Heizöl zu bestellen. Es sei denn, der Vorrat geht zur Neige, was aber zu Beginn des Sommers eher die Ausnahme sein sollte. Es gibt nach wie vor keinerlei Anzeichen, dass die Ölpreise in nächster Zeit nachhaltig steigen!

Endlich kommt auch etwas mehr Bewegung in die Heizölpreise, wenn auch noch nicht überall. Wir sehen das Potenzial nach unten in einigen Regionen bei bis zu 10 Cent pro Liter. Dies kann unter Umständen aber durchaus noch ein paar Wochen dauern, bis die hohen Auftragsbestände abgearbeitet sind.

Wir bitten bei der Bewertung des Preisniveaus nach wie vor zu beachten, dass sich der Heizölpreis zu einem großen Teil aus fixen Bestandteilen wie Steuern, Transport, Verarbeitungs- und Lagerkosten zusammensetzt. Ein Rückgang der Rohölpreise von 30 Prozent kann sich also prozentual nie im gleichen Maße niederschlagen, ebenso natürlich ein Anstieg.

Wer unserem Rat gefolgt ist und mit der Bestellung noch gewartet hat, konnte in manchen Regionen bereits sehr viel Geld sparen. Bleiben Sie also weiter bei uns am Ball.

+ + +  Info vom 18.03.2020  + + +

Derzeit erreichen uns verständlicherweise viele Fragen, warum die Heizölpreise nicht oder nicht in dem Maße nachgeben, wie das aufgrund des Einbruchs am Rohölmarkt zu erwarten wäre. Das Hauptproblem, das wir derzeit am Heizöl-Markt haben, ist die extrem hohe Nachfrage. Allein an den Tagen nach dem Ölpreis-Crash am 10. und 11. März wurde rund das Zehnfache der sonst üblichen Menge bestellt.

Dies traf nicht nur den Handel, der ohnehin schon einen ungewöhnlich hohen Auftragsbestand vor sich herschob, sondern auch die Raffinerie- und Tanklagerbetreiber völlig unerwartet. Gerade der März ist ein gewöhnlich nachfrageschwacher Monat, der vielfach genutzt wird, Instandhaltungsmaßnahmen und Revisionen durchzuführen. Es stehen um diese Zeit also nicht immer alle Kapazitäten zur Verfügung.

Entsprechend waren die noch verfügbaren logistischen Möglichkeiten sehr schnell ausgeschöpft und die frei handelbaren Mengen an Heizöl schnell bis auf Wochen im Voraus verkauft. Den Mineralölgesellschaften wurden die verfügbaren Mengen innerhalb weniger Tage praktisch aus den Händen gerissen, sodass die Preise vielfach gestiegen sind. Trotzdem wurde in den folgenden Tagen weiter extrem viel bestellt.

Auch wenn sich die Nachfrage in diesen Tagen langsam beruhigt, so haben unsere Händler teilweise das Problem, keine Preiszusagen für Lieferungen zu bekommen, die erst in acht oder zehn Wochen abgeholt werden können. Der Handel muss Ihnen als Verbraucher aber eine fixe Preiszusage machen und geht so ein kaum kalkulierbares Risiko ein. Niemand weiß, wo die Ölpreise in zwei oder drei Monaten stehen werden.

Außerdem muss natürlich beachtet werden, dass sich der Heizölpreis zu einem großen Teil aus fixen Bestandteilen wie Steuern, Transport, Verarbeitungs- und Lagerkosten zusammensetzt. Ein Rückgang der Rohölpreise von 30 Prozent kann sich also prozentual nie im gleichen Maße niederschlagen, ebenso natürlich ein Anstieg.

Ein weiteres Problem am Heizöl-Markt ist natürlich der Corona-Virus. Auch die Tankwagenfahrer, Lagerarbeiter, Disponenten etc. sind täglich der Gefahr einer Ansteckung ausgesetzt und müssen im Ernstfall zuhause bleiben. In Folge verringern sich die Logistik-Kapazitäten zusätzlich.

Wir danken für Ihr Verständnis und bleiben Sie gesund!

Ihr FastEnergy-Team

Stand: 22.04.2020

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