Heizöl-Markt aktuell: Lage im Nahen Osten und am Ölmarkt bleibt fragil - Heizölpreise kaum verändert
Auch wenn die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten aufgrund der Waffenruhe im Nahen Osten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch teils deutlich nachgeben haben, kommt dies nur zögerlich bei den Endverbrauchern an. Die Heizölpreise starten heute mit weiteren leichten Abschlägen.
Aktuell stehen die Juni-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei knapp 97 Dollar pro Barrel, eine Tonne Gasöl zur Lieferung April kostet zur Stunde 1312 Dollar. Der Euro fällt im Vergleich zum Dollar etwas zurück und wird heute Morgen zu Kursen um 1,1660 Dollar gehandelt.
Die gestern an dieser Stelle vermeldete Waffenruhe im Nahen Osten steht, wie es zu erwarten war, auf sehr wackeligen Beinen. Israel hat die Angriffe auf Ziele im Libanon zur Bekämpfung der vom Iran unterstützten Hisbollah sogar intensiviert, während die Golf-Anrainerstaaten weitere Drohnenangriffe des Iran vermeldet haben. Dabei soll auch die wichtige saudische Ost-West-Pipeline ins Visier genommen und dabei eine Pumpstation getroffen worden sein. Beim Schiffsverkehr durch die Meerenge von Hormus hat sich bislang so gut wie nichts getan. Reedereien und Tankerbetreiber warten auf verlässliche Details, die es derzeit noch nicht gibt. Am Freitag sollen die direkten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad beginnen. Selbst wenn es hier einen baldigen Durchbruch gäbe, würde es noch Wochen und Monate dauern, bis die Versorgungsströme am Ölmarkt wieder in Fluss kommen und sich die Ölpreise nachhaltig reduzieren. Schon jetzt sprechen nicht wenige Marktbeobachter von der größten Störung des Ölmarktes aller Zeiten. Auch heute der Vollständigkeit halber ein kurzer Blick auf die Bestandsentwicklung in den USA. Nach den neuesten Zahlen des Department of Energy (DOE) sind die Vorräte in Summe leicht angestiegen. Die Gesamtnachfrage hat sich leicht um 0,3 auf 20,6 Millionen Barrel pro Tag reduziert, die Ölförderung ist dabei nur minimal auf knapp 13,6 Millionen Fass täglich zurückgegangen.
Auch am Devisenmarkt ist die Unsicherheit wieder zurückgekehrt, was tendenziell wieder Dollar-Käufe forciert. Entsprechend musst der Euro im Vergleich zur US-Währung wieder leichte Verluste hinnehmen.
Der bislang erfolge Rückgang der Heizölpreise dürfte für viele Verbraucher enttäuschend ausgefallen, was absolut verständlich ist. Aber solange die Tankertransporte nicht wieder ins Rollen kommen, sind die großen Ölgesellschaften anscheinend nicht gewillt, die noch verfügbaren Bestände preislich zu reduzieren. Heute sind weitere Abschläge in einer in einer Größenordnung von zwei bis drei Cent pro Liter erwarten.