10.06.2026, 08:24 Uhr
Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise weiter leicht unter Druck - Heizölpreise starten wenig verändert!
Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben gestern unterm Strich leicht an Wert verloren und starten auch heute Morgen eher mit schwacher Tendenz. In Folge gehen die Heizöl-Notierungen stabil, bestenfalls mit weiteren Abschlägen in den Handel.

Aktuell stehen die August-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 91,30 Dollar pro Barrel, eine Tonne Gasöl zur Lieferung Juni kostet zur Stunde 1.026 Dollar. Der Euro kann sich im Vergleich zum Dollar gut behaupten und wird heute Morgen zu Kursen um 1,1555 Dollar gehandelt. 

Obwohl die seit Wochen geltenden Waffenruhe im Iran-Konflikt und auch zwischen Israel und dem Libanon immer wieder gebrochen wird, es heute wieder einen neuen US-Vergeltungsangriff auf iranische Ziele gegeben hat und es weiter kein Abkommen gibt, das eine baldige Öffnung der Meerenge von Hormus bewirken könnte, haben die Rohölpreise gestern weitere leichte Verluste hinnehmen müssen.
Dies erstaunt umso mehr, als dass sich die von vielen Analysten prophezeite Verknappung des physischen Ölangebotes mittlerweile auch in den wöchentlich vermeldeten US-Ölbeständen niederschlägt. 
Die gestern nach Börsenschluss vermeldeten Zahlen des American Petroleum Institute (API) brachten bei Rohöl einen wesentlich stärker als erwarteten Rückgang von über 9 Millionen Barrel hervor, während es bei den Produkten keine großen Veränderungen bzw. Abbauten gab. Werden die Daten heute am Nachmittag vom Department of Energy (DOE) bestätigt, wäre das der siebte Rückgang in Folge.
Auch der gestern veröffentlichte Monatsbericht der Energy Information Administration (EIA) fiel eher bullish, also preistreibend aus. Im Vergleich zum letzten Report erwartet man aktuell eine deutlich stärkere Unterversorgung von 3,9 Millionen Barrel pro Tag. Vor rund einem Monat wurde lediglich ein Delta von 1,3 Millionen Fass täglich prognostiziert. Für 2027 rechnet man zwar mit einer schnellen Erholung des Angebotes, dies muss angesichts der aktuellen Situation am Persischen Golf aber wohl eher als Spekulation gewertet werden.

Auch am Devisenmarkt wird man wohl langsam etwas resistenter gegen die Nachrichten aus dem Nahen Osten. Nachdem der Euro im Vergleich zur Ölwährung US-Dollar gestern kaum verändert aus dem Handel gegangen ist, kann unsere Gemeinschaftswährung heute morgen leichte Gewinne verbuchen.

Die Heizölpreise starten mit diesen Vorgaben heute weitgehend stabil, regional auch mit leichten Abschlägen. Diese werden sich in einer Größenordnung von einem halben bis einem Cent pro Liter bewegen. Weiterhin liegt die Nachfrage auf einem äußerst niedrigen Niveau, was befürchten lässt, dass es spätestens ab August zu massiven Lieferengpässen kommen wird. Wir raten daher aktuell zumindest den Kauf einer Teilmenge auf dem derzeit deutlich reduzierten Niveau an.