Heizöl-Markt aktuell: Kein Kriegsende in Sicht - Heizöl immer teuerer!
Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben sich gestern weiter deutlich verteuert und bei Gasöl ist mittlerweile das höchste Niveau seit Anfang April erreicht. Entsprechend geht es leider auch mit den Heizöl-Notierungen immer weiter nach oben.
Aktuell stehen die September-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 91,70 Dollar pro Barrel, eine Tonne Gasöl zur Lieferung August kostet zur Stunde 1.320 Dollar. Der Euro kann im Vergleich zum Dollar etwas zulegen und wird heute Morgen zu Kursen um 1,1450 Dollar gehandelt.
Sah es vor gut vier Wochen noch nach einem baldigen Frieden im Nahen Osten aus, so hat sich der Krieg zwischen den USA und dem Iran mittlerweile auf andere Länder ausgeweitet und ein baldiges Kriegsende ist kaum noch vorstellbar. Gestern gab es Angriffe von Saudi-Arabien und den USA auf vom Iran unterstützte Milizen im Irak. Vor gut einer Woche griffen Huthi-Rebellen erstmals seit Kriegsbeginn Schiffe im Roten Meer an, was zu einer zusätzlichen Störung der internationalen Ölversorgung geführt hat. Zwar suchen und finden die Golfstaaten alternative Exportwege, kurz- und mittelfristig bleiben die Meerengen bei Hormus und Bab al-Mandab aber die wichtigsten Transportrouten für Öllieferungen aus der Region. Ein anderer wichtiger Schauplatz bleibt der Krieg zwischen Russland und der Ukraine, in dessen Folge mittlerweile rund ein Viertel der russischen Raffineriekapazitäten beschädigt und somit außer Betrieb genommen wurde. Infolgedessen sind die Preise für Gasöl, das unversteuerten Vorprodukt für Heizöl und Diesel, mittlerweile auf das höchste Niveau seit knapp vier Monaten gestiegen und das Erreichen eines neuen Allzeithochs kann nicht mehr ausgeschlossen werden. Dass sich die Rohölpreise auf einem immer noch recht moderaten Niveau bewegen ist erstaunlich, zumal gestern aus den USA vom Department of Energy (DOE) ein deutlicher Rückgang von über 7 Millionen Barrel gemeldet wurde. Damit sind hier die Vorräte auf den niedrigsten Stand seit September 2018 gefallen.
Am Devisenmarkt konnte der Euro im Vergleich zum US-Dollar zulegen, nachdem die US-Notenbank den Leitzins bei ihrem gestrigen Meeting unverändert belassen hat.
Die Heizölpreise haben sich seit Ende Juni im Schnitt um rund 20 Cent pro Liter verteuert und auch heute dürfte es aller Voraussicht nach weiter nach oben gehen. Zumindest lassen aktuelle Berechnungen und erste Preistendenzen aus morgendlicher Sicht einen Anstieg von zwei bis drei Cent pro Liter erwarten. Die Aussichten auf eine Trendwende bleiben leider trübe, dafür droht im Herbst aufgrund der monatelangen Kaufzurückhaltung vieler Verbraucher ein Versorgungschaos. Daher raten wir dringend zur rechtzeitigen Bestellung.