31.07.2026, 08:33 Uhr
Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise zu Wochenschluss leichter - Heizölpreise im Seitwärtstrend
Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten sind nach dem kräftigen Anstieg des Vortages gestern deutlich zurückgefallen und starten auch heute Morgen mit Abschlägen in den asiatisch geprägten Handel. In der Folge fallen auch die Heizöl-Notierungen aller Voraussicht nach leicht zurück.

Aktuell stehen die September-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 87,30 Dollar pro Barrel, eine Tonne Gasöl zur Lieferung August kostet zur Stunde 1.272 Dollar. Der Euro kann gegenüber dem Dollar weiter hinzugewinnen und wird heute Morgen zu Kursen um 1,15 Dollar gehandelt. 

Obwohl sich der Krieg im Nahen Osten in letzter Zeit auch noch auf Saudi-Arabien und den Irak ausgeweitet hat und sogar ein Flüssiggastanker an einem ägyptischem Mittelmeerhafen angegriffen wurde, haben die Rohölpreise gestern nachgegeben und auch bei Gasöl war eine leichte Entspannung zu beobachten.
Die Marktteilnehmer machen dafür die Tatsache verantwortlich, dass zuletzt wieder mehr Schiffe durch die Straße von Hormus gefahren sind und auch der saudische Ölexport über das Rote Meer nicht vollständig zum Erliegen gekommen ist.
Es gibt aber auch wieder schlechte, sprich preistreibende Nachrichten. So wurden die Verladungen am CPC-Schwarzmeer-Terminal wieder unterbrochen, nachdem erneut ein Tanker durch eine ukrainische Drohne getroffen wurde. Rund achtzig Prozent der kasachischen Ölexporte gehen über den Schwarzmeerhafen Noworossijsk. Einen weiteren erfolgreichen Drohnenangriff gab es auf eine große Lukoil-Raffinerie in der Millionenstadt Perm, die sich rund 1.500 km östlich von Moskau befindet.
Entsprechend bleibt die Versorgungslage bei Destillaten weiter angespannt, was bereits in den letzten Wochen zu einer Entkoppelung der Rohöl- und Gasölpreise geführt hat. Die Analysten von Goldman Sachs erwarten eine weitere Verknappung und sehen Diesel "im Epizentrum" der Kraftstoffversorgungskrise. Diesel und Heizöl haben weitgehend identische physikalische und chemische Eigenschaften und werden aus Gasöl hergestellt.
 
Am Devisenmarkt konnte der Euro im Vergleich zum US-Dollar erstmals seit knapp sechs Wochen wieder die 1,15-Dollar-Marke überschreiten. Auslöser hierfür waren schwache US-Konjunkturdaten und eine im Juli stärker als erwartet gestiegene Inflation in der EU, was eine baldige Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank wahrscheinlicher macht.

Die Heizölpreise entwickeln sich weiter schlechter als die Rohöl-Notierungen. Heute könnte es aus morgendlicher Sicht aber zu leichten Abschlägen kommen, nachdem zuletzt der höchste Stand seit Anfang Mai erreicht wurde. Wieder ist eine Woche und ein Monat mit sehr schwachen Umsätzen zu Ende gegangen, was die berechtigten Sorgen vor einer Versorgungskrise im Herbst leider noch größer werden lässt.