Heizöl-Markt aktuell: Eine neue Hoffnung auf Diplomatie lässt Ölpreise sinken - Heizölpreise folgen!
Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten starten mit deutlichen Abschlägen in die neue Handelswoche. Gleiches gilt für die Heizöl-Notierungen, die heute ebenfalls mit deutlichen Abschlägen starten.
Aktuell stehen die Oktober-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 83,13 Dollar pro Barrel, eine Tonne Gasöl zur Lieferung August kostet zur Stunde 1.231 Dollar. Der Euro wird heute Morgen zu Kursen um 1,1525 Dollar gehandelt.
Für die aktuelle Entspannung sorgen vor allem neue Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Demnach sollen noch heute Gespräche mit dem Iran aufgenommen werden. Außerdem erklärte Trump, einen größeren Militärschlag auf Wunsch mehrerer Verbündeter im Nahen Osten gestoppt zu haben, um einer diplomatischen Lösung eine Chance zu geben. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Straße von Hormus. Genauere Informationen zu den geplanten Gesprächen gibt es bislang allerdings nicht.
Die Aussicht auf Verhandlungen hat die Sorge vor einer weiteren Eskalation zunächst etwas gedämpft und damit auch die Ölpreise unter Druck gesetzt. Für eine nachhaltige Entspannung wäre jedoch eine tatsächliche Einigung notwendig, die vor allem eine Normalisierung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus ermöglicht.
Die Lage in der wichtigen Meerenge bleibt weiterhin angespannt. In normalen Zeiten wird dort rund ein Fünftel des weltweiten Rohöl- und LNG-Handels abgewickelt. Die Golfstaaten bemühen sich daher weiter um alternative Transportwege. So haben die Türkei und der Irak ihr Pipeline-Abkommen um ein weiteres Jahr verlängert. Über diese Verbindung könnten täglich bis zu 750.000 Barrel Rohöl exportiert werden.
Auch von der OPEC+ kommen Signale für ein größeres Ölangebot. Die wichtigsten Mitgliedsstaaten haben eine weitere leichte Anhebung ihrer Förderquoten beschlossen. Damit sind die freiwilligen Produktionskürzungen aus dem Jahr 2023 rechnerisch vollständig zurückgenommen. Nach einem Ende des Nahostkonflikts könnte das Bündnis seine Fördermengen zudem relativ schnell weiter erhöhen.
Zusätzliche Entlastung für die Angebotsseite kommt aus Kasachstan. Das Caspian Pipeline Consortium (CPC) hat nach einer vorübergehenden Unterbrechung seinen Betrieb wieder aufgenommen und transportiert seit dem 1. August täglich rund 100.000 Tonnen Rohöl. Wie viel davon tatsächlich auf den Weltmarkt gelangt, hängt allerdings auch davon ab, ob Reedereien bereit sind, Fahrten durch die Krisenregion zu übernehmen.
Die Heizölpreise starten heute nach diesen Vorgaben mit einem kräftigen Minus in die neue Handelswoche. Aktuelle Berechnungen und erste Preistendenzen lassen aus morgendlicher Sicht Abschläge von drei bis vier Cent pro Liter erwarten. Für Ölheizer könnte sich daraus nochmals eine gute Kaufgelegenheit vor dem erwarteten Nachfrageanstieg im Spätsommer bzw. Herbst ergeben.