Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise starten fester - Heizölpreise geben trotzdem nach!
Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten starten heute leider wieder fester in den Handel, nachdem die gestern aufgekeimte Hoffnung auf Verhandlungen einmal mehr zu Entäuschung führte. Trotz der steigenden Rohölpreise starten die Heizölpreise aufgrund niedrigerer Gasölpreise und des günstigeren Euro-Dollar-Wechselkurses mit Abschlägen in den heutigen Handelstag.
Aktuell stehen die Oktober-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 84,45 Dollar pro Barrel, eine Tonne Gasöl zur Lieferung August kostet zur Stunde 1.170 Dollar. Der Euro wird heute Morgen zu Kursen um 1,1509 Dollar gehandelt.
Nach dem deutlichen Preisrückgang zum Wochenauftakt geht es mit den Ölpreisen inzwischen wieder nach oben. Trotz der von Donald Trump angekündigten Gespräche mit dem Iran bleibt eine diplomatische Lösung des Konflikts weiterhin fraglich. Zuletzt verschärfte der US-Präsident sogar wieder seine Rhetorik und bezeichnete sein Gesprächsangebot als "letzte Chance".
Die Ölpreise schwanken bereits seit Wochen stark. Hauptgrund ist der Konflikt am Persischen Golf, der sich nach dem Ende der Waffenruhe im Juni erneut verschärft und mittlerweile auch auf das Rote Meer ausgeweitet hat. Zwischenzeitlich gab es zwar immer wieder Hoffnungen auf eine diplomatische Annäherung, konkrete Fortschritte blieben bislang jedoch aus.
Am Montag sagte Trump einen geplanten größeren Angriff auf den Iran ab. Gleichzeitig erklärte er, der Iran und weitere Staaten im Nahen Osten hätten um Gespräche über ein Ende des Krieges und den Konflikt um die Straße von Hormus gebeten. Aus Teheran kam allerdings umgehend Widerspruch. Nach Angaben des iranischen Außenministeriums finden derzeit weder Verhandlungen mit den USA statt, noch seien entsprechende Treffen geplant.
Auch die Marktbeobachter bleiben deshalb vorsichtig. Ähnliche Hoffnungen auf eine Entspannung hat es bereits mehrfach gegeben, ohne dass daraus eine dauerhafte Lösung entstanden ist. Dass der Iran Gespräche dementiert und Trump gleichzeitig mit weiteren Konsequenzen droht, lässt das Risiko einer erneuten Eskalation weiterhin hoch erscheinen.
Viel Marktbeobachter erwartet anhaltend starke Preisschwankungen. Solange Öllieferungen auf andere Routen verlagert werden können und die Spannungen mit dem Iran bestehen bleiben, dürfte sich das Auf und Ab an den Ölmärkten fortsetzen.
Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die ukrainischen Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur. Im Juli wurden rund 30 Attacken auf Tanker, Raffinerien und andere Einrichtungen registriert. Damit war es einer der angriffsstärksten Monate seit Beginn des Krieges im Jahr 2022.
Etwas Entspannung gibt es dagegen an den wichtigen Schwarzmeerhäfen. Am Exportterminal des Caspian Pipeline Consortium (CPC) konnten in den vergangenen Tagen wieder vier Tanker beladen werden. Das Terminal spielt insbesondere für die kasachischen Ölexporte eine wichtige Rolle.
Insgesamt wird daher die Lage wieder leicht bullisch eingeschätzt. Solange konkrete Hinweise auf ernsthafte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran fehlen, bleibt weiteres Aufwärtspotenzial bei den Ölpreisen bestehen. Auch bei den Inlandspreisen zeichnet sich heute ein leichter Anstieg ab. Im Vergleich zu gestern Morgen bleiben aufgrund des kräftigen Preisrückgangs vom Montag jedoch weiterhin deutliche Abschläge bestehen.
Die Heizölpreise können heute von der aktuellen Entwicklung des Gasölpreises und des Euro-Dollar-Wechselkurses profitieren. Aktuelle Berechnungen und erste Preistendenzen lassen aus morgendlicher Sicht Abschläge in einer Größenordnung von bis zu drei Cent pro Liter erwarten.