Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise taumeln mit neuen Friedenshoffnungen - Heizölpreise deutlich gefallen
Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten sind gestern weiter deutlich zurückgefallen und die Rohöl-Futures der Sorte Brent haben sich binnen knapp zwei Wochen um mehr als zwanzig Prozent verbilligt. Auch bei den Heizöl-Notierungen waren zuletzt deutliche Abschläge zu beobachten.
Aktuell stehen die Oktober-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 78,70 Dollar pro Barrel, eine Tonne Gasöl zur Lieferung August kostet zur Stunde 1.102 Dollar. Der Euro kann im Vergleich zum Dollar weiter leicht hinzugewinnen und wird heute Morgen zu Kursen um 1,1535 Dollar gehandelt.
Wieder einmal gibt es Hoffnung, dass es ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran geben könnte, das den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus wieder ins Laufen bringen könnte. Laut dem Nachrichtenportal Axios könnte bereits heute eine derartige Vereinbarung konkret angekündigt werden. Inhaltlich soll diese im Wesentlichen mit dem vorläufigen Friedensabkommen von Juni übereinstimmen, sodass es für die Durchfahrt für eine Zeitdauer von 60 Tage keine Gebühren oder Abgaben geben soll. Ob es tatsächlich dazu kommt wird man sehen, der Ölmarkt ist auf jeden Fall ein wiederholtes Mal auf den Zug aufgesprungen und so wurden die Rohölpreise in hoffnungsfroher Erwartung schon mal auf den niedrigsten Stand seit knapp vier Wochen nach unten gehandelt. Gleiches gilt für die Gasöl-Notierungen. Dies ist umso erstaunlicher, als dass sich die Versorgungslage in den letzten Wochen durch die Angriffe der Huthi-Miliz auf die Schifffahrt durchs Rote Meer und weitere erfolgreiche ukrainische Drohnenangriffe auf russische Ölanlagen eher noch verschlechtert hat und eine Lösung für diese Probleme weiter nicht in Sicht ist. Die gestern Abend nach Börsenschluss vermeldeten US-Ölbestandsdaten des American Petroleum Institute fielen allerdings leicht preisdrückend aus. Zwar wurde bei den Destillaten ein Rückgang vermeldet, gleichzeitig hat sich die Vorratslage bei Rohöl aber überraschend etwas verbessert. Heute Nachmittag werden die umfang- und auch einflussreicheren Zahlen des Department of Energy (DOE) bekanntgegeben.
Am Devisenmarkt konnte der Euro im Vergleich zum US-Dollar weiter leicht zulegen. Auch hier war die Hoffnung auf eine Einigung im Iran-Krieg und die in Folge gefallenen Ölpreise der bestimmende Faktor.
Die Heizölpreise haben sich in den letzten Tagen erfreulicherweise nach unten entwickelt und werden heute mit weiteren Abschlägen in den Handel starten. Aktuelle Berechnungen und erste Preistendenzen lassen aus morgendlicher Sicht ein Minus in einer Größenordnung von einem bis drei Cent pro Liter erwarten, je nachdem wie stark der gestrigen Rückgang regional bereits eingepreist wurde. Weiterhin ist die Kaufbereitschaft der Ölheizer aber gering. Die nächste Heizperiode naht und die Füllstände sind niedrig. In den nächsten Wochen ist daher mit einer extrem hohen Nachfrage zu rechnen, die von der Logistik kaum zu bewältigen sein wird.