Heizöl-Markt aktuell: Rohölpreise auf höchstem Stand seit Ende April - Heizölpreise immer teuerer
Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben gestern weitere Gewinne verbuchen können und starten auch heute Morgen im asiatisch geprägten Handel mit Aufschlägen. Entsprechend geht es leider auch mit den Heizöl-Notierungen hierzulande weiter nach oben.
Aktuell stehen die Dezember-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 114,30 Dollar pro Barrel. Eine Tonne Gasöl zur Lieferung im November kostet zur Stunde 1.490 Dollar. Der Euro fällt im Vergleich zum US-Dollar etwas zurück und wird heute Morgen zu Kursen um 1,1210 Dollar gehandelt.
Die Sorge vor weiter fallenden globalen Ölbeständen, Versorgungsengpässen und in der Folge weiter steigenden Ölpreisen nimmt am Ölmarkt zu. Immer weniger Analysten rechnen mit einer Abwärtskorrektur und erhöhen ihre Preisprognosen. Mittlerweile haben die Rohölpreise den höchsten Stand seit knapp einem halben Jahr erreicht, obwohl US-Präsident Trump jedes Mittel recht ist, um die Benzin- und Dieselpreise noch vor den Midterm-Wahlen nach unten zu drücken. Doch die gegenseitigen Angriffe auf Ölanlagen im Krieg zwischen Russland und der Ukraine gehen ebenso weiter wie die Anschläge der Huthi-Rebellen auf Ziele in Saudi-Arabien und der Beschuss von Tankern in der Meerenge von Hormus. Die permanent zurückgehenden Ölvorräte können nicht dauerhaft durch die Freigabe strategischer Ölreserven ausgeglichen werden und so gerät vor allem die US-Regierung immer stärker unter Druck und Zugzwang. Vorsorgliche Evakuierungen in Saudi-Arabien deuten auf eine Vorbereitung eines möglicherweise größeren US-Angriff auf den Iran und die Huthi-Rebellen. Zwar wird dieser allgemein nicht vor den Wahlen erwartet, diese finden aber bereits in zehn Tagen statt. Am Markt erhöht sich somit schon jetzt die Risikoprämie und die Gefahr, dass sich diese in den nächsten Tagen noch weiter erhöht, ist durchaus gegeben.
Am Devisenmarkt ist der Euro gestern im Handelsverlauf im Vergleich zum US-Dollar zurückgefallen. Verantwortlich hierfür dürften die steigenden Ölpreise, aber auch die aktuellen Entwicklungen in Frankreich sein. Hier besteht Verunsicherung bezüglich der Staatsverschuldung, aber auch wegen der anhaltenden gewaltsamen Proteste.
Die Heizölpreise ziehen heute Morgen zum Start leider wieder an. Aktuelle Berechnungen und erste Preistendenzen lassen zumindest aus morgendlicher Sicht Aufschläge in einer Größenordnung von eineinhalb bis knapp drei Cent pro Liter erwarten. Auch wenn die Nachfrage in den letzten Wochen angezogen hat, ist der große Bestellboom am Heizölmarkt bislang ausgeblieben. Die Bevorratung der Verbraucher dürfte also weiterhin sehr gering sein, was weiteres Aufwärtspotenzial für die Heizölpreise in sich birgt.