Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise bleiben vor US-Wahlen volatil - Heizölpreise starten stabil
Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten bleiben vor den Anfang nächster Woche stattfindenden Midterm-Wahlen in den USA sehr schwankungsanfällig und dabei auf hohem Niveau. Bei den Heizöl-Notierungen hierzulande dürfte es heute zum Handelsstart aber keine größeren Veränderungen geben.
Aktuell stehen die Dezember-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 116 Dollar pro Barrel. Eine Tonne Gasöl zur Lieferung im November kostet zur Stunde 1.444 Dollar. Der Euro kann sich im Vergleich zum US-Dollar erneut etwas verbessern und wird heute Morgen zu Kursen um 1,1190 Dollar gehandelt.
Die Zwischenwahlen in den USA rücken immer näher und damit wohl auch die Entscheidung, wie die USA im Krieg gegen den Iran weiter agieren wird. In den letzten Wochen wurden weitere Vorbereitungen für eine möglicherweise großen Angriffswelle mit Unterstützung Israels getroffen. Ob es tatsächlich dazu kommen wird, ist derzeit allerdings noch nicht endgültig absehbar. Im Vorfeld ist die Nervosität unter den Händlern bereits gestiegen und die Risikoaufschläge wurden entsprechend erhöht. Eine neuerliche Eskalation der Lage im Nahen Osten könnte zur Zerstörung weiterer Ölanlagen führen und damit die Versorgungslage weiter verschlechtern. Diese steht aufgrund kriegsbedingt knapper Raffineriekapazitäten und zuletzt wieder rückläufiger Öllieferungen aus der Krisenregion ohnehin auf sehr wackeligen Beinen. Vor allem die Versorgung mit Destillaten bleibt ein Problem und hält die Gasölpreise auf hohem Niveau. Gestern gab es zwar einen Bericht im Wall Street Journal, wonach die Ukraine auf Druck seitens US-Präsident Trump, der einen Schuldigen für die hohen Ölpreise sucht und diesen im ukrainischen Präsidenten Selensky wohl gefunden hat, die Angriffe auf russische Ölanlagen aussetzen wird. Dies dürfte allerdings nicht von langer Dauer sein. Auf die Ölpreise hatte dies gestern jedenfalls keinen nachhaltigen Einfluss. Weiteres großes Problem bleibt natürlich die stark behinderten Öllieferungen aus der Golfregion.
Am Devisenmarkt konnte der Euro im Vergleich zum US-Dollar nach der gestrigen Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) etwas zulegen. Bei dieser wurde zwar wie erwartet keine Leitzinserhöhung beschlossen, eventuell wird dieser aber dann im Dezember kommen.
Die Heizölpreise bewegen sich mittlerweile seit gut sechs Wochen seitwärts und auch heute sind wohl keine größeren Preissprünge zu erwarten. Aktuelle Berechnungen und erste Preistendenzen lassen zumindest aus morgendlicher Sicht lediglich ein kleines Plus in einer Größenordnung von bis zu einem Cent pro Liter erwarten. Ölheizer, die bald nachtanken müssen, sollten zur Risikominimierung zumindest eine Teilmenge bestellen, denn im Falle einer neuen Eskalationswelle im Nahen Osten dürften die Ölpreise zumindest vorübergehend weiter steigen.