Heizöl-Weblog Archiv März 2006
FastEnergy Geschäftsführer Josef Weichslberger mit 20 Jahren Erfahrung in der Mineralölbranche macht sich seine persönliche Gedanken zum Heizöl-Markt.
Donnerstag, 30. März 2006
Soll das alles gewesen sein?
Rund drei Wochen beriet sich der UN-Sicherheitsrat über eine gemeinsame Erklärung gegenüber dem Iran zu dessen Atom-Experimenten.
Jetzt wird einhellig eine Einstellung der Urananreicherung innerhalb von 30 Tagen gefordert - konkrete Konsequenzen bei Nichteinhaltung sind nicht formuliert. Da hätte man vielleicht ein wenig mehr erwarten können.
Der Iran zeigt sich natürlich uneinsichtig, man habe schließlich das Recht zur friedlichen Nutzung der Kernenergie.
Tja, andere machen das ja auch, gegen diesen Tatbestand allein wäre wohl auch nichts einzuwenden.
Würd` mich schon schwer überraschen, wenn sich innerhalb der nächsten 30 Tagen hier was Entscheidendes ändern würde.
Donnerstag, 23. März 2006
Das wird wohl nix mehr!
Jetzt haben wir`s schon wieder fast April und die Rohölpreise stehen immer noch bei über 60 Dollar pro Barrel.
Dran geglaubt, dass es einen deutlichen Preiseinbruch gibt, hab ich nie. Aber etwas günstiger, darauf hätte ich schon gehofft. Brauch ja schließlich auch selbst noch Öl!
Wenn ich mir aber jetzt unseren Heizöl-Chart anschaue, die Agenda des Weltsicherheitsrates betrachte, die Amis in die "Driving-Season" fahren lasse und schon bald danach wieder die ersten Hurrikans aufziehen sehe, dann denk ich mir:
"Das mit richtig billig, das wird wohl heuer nix mehr."
Freitag, 17. März 2006
Beim Geld hört sich der Spass auf!
Manch einer, der sich gerade wie ich mit einer Investition in eine Solaranlage zur Wärmegewinnung(nicht zu verwechseln mit Photovoltaik oder auch "Schönwetterstromerzeugung"), was ja wohl unstrittig eine der wenig sinnvollen Möglichkeiten der alternativen Energiegewinnung ist beschäftigt, wird es mit Schrecken vernommen haben:
Finanzminister Steinbrück hat die Mittelfreigabe zur Förderung eben dieser solchen Anlagen, die eine Ölheizung zwar nicht ersetzt, aber nahezu in Perfektion ergänzt, gestoppt. Angesichts des noch nicht verabschiedeten Haushaltes gibt der neue "Kassierer" die eigentlich vorgesehenen und gesetzlich verabschiedeten Mittel einfach nicht frei.
Neben rund 50.000 Antragstellern ist nun auch die ganze Solarbranche und tausende Heizungsbauer zu Recht sauer. Wer soll da noch vernünftig planen können? Viele Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel!
Auch beim Thema Biodiesel wurde in dieser Woche eine Besteuerung verabschiedet.
Ist das Ganze mit den alternativen Energien schon ernst gemeint, oder haben wir da was nicht richtig verstanden?
Tja, beim Geld hört bekanntlich der Spass auf....
Dienstag, 14. März 2006
Die Sache mit den 40 Jahren
Als ich vor ca. 20 Jahren in die "Ölscheich-Branche" als Azubi einstieg, lehrte man mir bald, dass die Ölvorräte noch ca. 40 Jahre reichen würden. Na ja, hab ich mir gedacht, die letzten Jahre bis zur Rente mußt Du Dir dann halt noch was anderes suchen.
Gestern las ich nun in der Fachzeitschrift "Brennstoffspiegel" (wohlgemerkt Ausgabe 03/2006!), dass die Ölvorkommen noch gut 40 Jahre reichen.
Hääähhhh!? Wie gibt`s denn das? Das hab ich doch schon mal gehört!
Nun, der technische Fortschritt macht auch vor der vermeintlich so rückständigen "Old-Economy-Ölbranche" nicht Halt. Und so gibt es heute nicht nur extrem sparsame und umweltschonende Öl-Heizkessel und hoch entwickelte Motoren, sondern auch wesentlich bessere Möglichkeiten in der Erforschung und Erschließung von neuen Ölvorkommen. Und bei einem Preis von 60 Dollar/Barrel lässt sichs für den armen Ölscheich doch gleich ganz anders kalkulieren und ein bisserl tiefer bohren, oder?
Nun will ich damit nicht sagen, dass wir aufhören sollten, nach ökologisch und ökonomisch sinnvollen Alternativen zu forschen (allerdings mit Betonung auf sinnvoll!!!).
Aber es deutet sich schon jetzt an, dass es Erdöl sehr wahrscheinlich auch dann noch in Hülle und Fülle geben wird, wenn wir es gar nicht mehr brauchen.
Also nur keine Panik! Sie werden Ihre Wohnung noch lange mit Heizöl wärmen können und Ihre Kinder und Enkel werden trotzdem nicht zu Fuß gehen müssen.
Montag, 06. März 2006
Kaffeefahrt nach Wien
Die OPEC als solche ist ja derzeit fast zu bedauern. Eigentlich dazu da, seinen Mitglieder ein einigermaßen erträgliches Auskommen zu garantieren, erledigt sich der Job angesichts des schier unstillbaren Durstes des gelben Riesen und dem ewigen Gestänkere des Iran eigentlich von selbst.
Und damit das bevorstehende - politisch natürlich ungeheuer wichtige - OPEC-Treffen in Wien nicht vollends den Charakter einer Kaffeefahrt erhält, stößt der Präsident im Vorfeld noch ein paar dramatische Warnrufe von Preisverfall und Überproduktion aus.
Aber solange Nachrichtenagenturen auch noch davon berichten....
Donnerstag, 02. März 2006
Was ist schon fair?
Die OPEC strebte bekanntlich bis vor ca. zwei Jahren einen "offiziellen" Richtpreis von 22 bis 28 US-Dollar je Barrel Rohöl an. Heute hört man davon nix mehr!
Findige Analysten sehen den Rohölpreis bei 60 Dollar, andere meinen 50 sind genug, wiederum andere glauben der faire Wert liegt bei 70 Dollars.
Stellt sich die Frage, was hier eigentlich fair ist.
Die Tatsache, dass ein Großteil der Öl- und Gasvorkommen in Händen weniger liegen, denen das leider sogar noch bewusst ist!?
Oder ist der aktuelle Preis, angesichts der meist unterlassenen aber wohl einzurechnenden allgemeinen Preissteigerung, eh günstig, fair?
Fair heisst übersetzt eigentlich "schön" und wird mit Gerechtigkeit verbunden. Schön ist der hohe Ölpreis zwar nicht, aber gerecht vielleicht schon eher. Nicht?
Angesichts der Tatsache, dass auf dieser Welt Kinder verhungern und in Krieg und Armut leben, Menschen gefoltert und der Freiheit beraubt werden, empfinden wir den (hohen) Ölpreis doch nicht als ungerecht, oder?
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