Heizöl-Weblog Archiv April 2010
FastEnergy Geschäftsführer Josef Weichslberger mit 20 Jahren Erfahrung in der Mineralölbranche macht sich seine persönliche Gedanken zum Heizöl-Markt.
Freitag, 30. April 2010
Vorwärts immer, rückwärts nimmer!
Diesen Spruch kennen wir aus einer anderen Zeit und aus einem anderen System, passt aber derzeit auch auf das Gebaren der Bundesregierung und der EU.
Denn wie löst man das Problem, wenn man alte Schulden nicht mehr begleichen kann? Ganz einfach, man macht neue! Also immer feste druff!
Das können Sie auch gerne mal selbst bei Ihrer Bank ausprobieren. Ob es Ihnen allerdings gelingen wird, wage ich mal vorsichtig zu bezweifeln.
Dass das Ganze langfristig nicht gut gehen kann, leuchtet jedem ein und das wissen sicherlich auch unsere Politiker, die es aber nicht sagen, oder erst dann, wenn es zu spät ist und sie nicht mehr im Amt sind.
Da ist es keine Wunder, dass der Heizölpreis weiter steigt und steigt.
Häh! Was hat das mit dem Heizöl zu tun?
Ganz einfach! Schlaue Bänker und Anleger kaufen jetzt das, was im Gegensatz zu Geld nicht beliebig vermehrbar ist und somit auch langfristig stabil bleibt.
Und dazu gehört neben Gold, Silber und anderen Edelmetallen nun auch mal das Öl, auch wenn es noch über Jahrzehnte hinaus ausreichend verfügbar sein wird. Irgendwann geht es bekanntlich zu Neige.
Holz und Farbe (das braucht man zum Geld herstellen) sind hingegen erneuerbar.
Also wundern Sie sich nicht, dass die Ölpreise trotz guter Versorgungslage weiter steigen.
Dieses Spiel wird auf einem anderen Platz gespielt!
Dienstag, 20. April 2010
Denn sie wissen nicht, was sie schreiben!
Heute ganz groß auf der Startseite von T-Online: "Vulkanasche schickt Ölpreis auf Talfahrt. Auch Benzin und Heizöl werden wohl bald billiger"
Dass die Ölpreise in den letzten Tagen nachgegeben haben, ist zwar richtig, ob das aber unbedingt mit der Asche zu tun hat, ist nur Spekulation.
Ein um ca. ein Prozent verminderter weltweiter Ölverbrauch könnte hier aber tatsächlich Auswirkungen zeigen, zumal ja die Ölbestände eh auf einem sehr hohen Niveau sind.
Insoweit bislang also alles OK!
Dass die Benzinpreise auf die Ölpreis-Entwicklung an den Börsen immer erst mit ein paar Tagen Verspätung reagieren, dürfte nicht nur Insidern, sondern mittlerweile auch aufmerksamen Autofahrern bekannt sein.
Insofern ist die Prognose fallender Benzinpreise für den Autor des Artikels also ein durchaus kalkulierbares Risiko.
Trotzdem legetim und nicht verwerflich!
Völlig falsch hingegen ist die Aussage allerdings im Bezug auf Heizöl.
Hier reagiert der Handel gezwungenermaßen sehr zeitnah auf die Entwicklungen an den internationalen Ölbörsen, hängen doch die Einkaufspreise direkt am Kursverlauf der Öl-Futures.
Was hier für die nächsten Tage angekündigt wird, wurde gestern mit einem Rückgang von rund einem Cent pro Liter längst vollzogen.
Wer also darauf wartet, dass die Heizölpreise in den nächsten Tagen nachgeben werden, könnte enttäuscht werden.
Nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht: Uns wären weiter fallende Heizöl-Notierungen auch lieber, denn weder wir, noch unsere Händler haben was von hohen Ölpreisen - im Gegenteil!
Aber es ist und bleibt uns ein Anliegen, falsche Information und unsinnige Spekulation nicht unkommentiert zu lassen.
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