Heizöl-Weblog Archiv Mai 2008
FastEnergy Geschäftsführer Josef Weichslberger mit 20 Jahren Erfahrung in der Mineralölbranche macht sich seine persönliche Gedanken zum Heizöl-Markt.
Dienstag, 20. Mai 2008
Mit Tempo 200 in die Ölkrise
Wer die aktuelle Lage am Ölmarkt Spekulanten in die Schuhe schieben will, der hat den Ernst der Lage noch nicht erkannt!
Börsen-Zocker können die Märkte zwar kurzfristig durchaus in die ein oder andere Richtung bewegen, letztendlich aber die Gesetzmäßigkeiten des Marktes nicht dauerhaft beeinflussen.
Die traurige Wahrheit scheint zu sein, dass das zumindest kurzfristig - zur Verfügung stehende Angebot die Nachfrage kaum mehr befriedigen kann.
Wenn ich also nicht mehr zur Verfügung hab, muss ich mein Verhalten entsprechend anpassen und sparen - oder sehe ich da was falsch?
Wer allerdings meinte, dass sich die hohen Spritpreise z.B. beim Pfingstreiseverkehr bemerkbar machen würden, der sah sich bislang enttäuscht.
Sind die Preise immer noch zu niedrig? Warum machen sich Millionen auf dem Weg, um bei teilweise herrlichem Wetter auf den Autobahnen im Stau zu stehen?
Ich kann es ehrlich gesagt nicht verstehen und wohl auch die vielen leidgeprüften Pendler mit geringen Einkommen nicht, die unter der Last der stetig steigenden Energiepreise zusammenzubrechen drohen.
Die Politik muss jetzt handeln und zwar schnell! Derjenige, der berufsbedingt den hohen Spritpreisen ausgeliefert ist, muss mit der Wiedereinführung der Pendlerpauschale (mit entsprechend angepassten Kilometersatz!) entlastet werden.
Derjenige, der immer noch meint, die Brötchen morgens früh beim Bäcker mit dem Auto holen und jeden Brückentag zu einer Spritztour an den Gardasee nutzen zu müssen, wird seine Grenzen durch die Konsequenz des Marktes erfahren müssen.
Denn wenn wir unser Verhalten nicht ändern, werden wir mit Tempo 200 - ein Tempolimit gibt es ja nicht - in die Ölkrise rasen!
Mittwoch, 07. Mai 2008
Pest oder Cholera
Die Ölpreise steigen jetzt schon fast täglich und ich frag mich wirklich, wo das noch hinführen soll.
Als ich mir gestern mal eine Bestellung über eine kleine Menge von 300 Litern angesehen habe, stutze ich kurz: Wir verkaufen doch gar keinen Diesel dachte ich mir, als ich den Einzelpreis von 114 Cent inkl. MwSt. sah.
Aber an Preisen in der Nähe von einem Euro werden wir uns wohl oder übel gewöhnen müssen.
Denn es ist kristallisiert sich zusehends heraus, dass die weltweite Nachfrage nach Öl und Ölprodukten zumindest vorübergehend nur schwer gedeckt werden kann.
Dass aber bei diesen Preisen der ein oder andere Ölscheich jetzt noch einen Bohrturm zusätzlich aufstellt, ist wohl klar. Und auch die Förderung aus den reichlichen Vorkommen in den Tiefen der Ozeane und die Ölgewinnung aus Schiefer und Sande, was in Summe noch Unmengen von Öl-Reserven birgt, werden jetzt langsam angepackt - weil rentabel.
Aber das dauert halt ein bischchen (rund 5 Jahre) und das ist das Problem. Denn vergessen wir nicht vor fünf Jahren lag der Rohölpreis noch unter 30 Dollar! Da hat der Ölscheich sein Geld lieber in einen neuen Ferrari, eine Yacht und in eine eigene Insel investiert.
Wo liegt also kurzfristig die Lösung?
Es wird wohl so kommen, dass der Ölpreis weiter steigt bis er den Wirtschaftsmotor endlich abgewürgt hat. Dann haben wir zwar schnell niedrigere Preise, können uns aber wieder mit den Problemen einer Rezession rumschlagen.
Das ist fast so wie mit der Wahl zwischen Pest und Cholera.
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