Heizöl-Weblog Archiv Juni 2007
FastEnergy Geschäftsführer Josef Weichslberger mit 20 Jahren Erfahrung in der Mineralölbranche macht sich seine persönliche Gedanken zum Heizöl-Markt.
Dienstag, 12. Juni 2007
Du sollst neben mir keine anderen Götter haben!
So, oder so ähnlich muss man wohl die jüngsten Äußerungen von OPEC-Generalsekretär Abdallah el-Badri verstehen, der die verstärkten Bemühungen der westlichen Industriestaaten um Biokraftstoffe kritisiert und mehr oder weniger offen mit einem Ölpreisschock droht: "Die OPEC-Staaten könnten weniger investieren und die Ölpreise durch die Decke gehen".
Ganz ehrlich gesagt, kann ich mir hier das Lachen nicht ganz verkneifen.
Ich meine wir alle wissen, dass das Erdöl noch länger reichen wird, als wir es benötigen werden. Aber sollte doch mal der Tag kommen, an dem die letzte Ölquelle versiedet, sollte der Mann zu Fuß durch die Wüste - besser noch in die Wüste - geschickt werden.
Herr el-Badri sollte doch froh sein, dass die Menschheit stets nach Neuem strebt und sich weiterentwickelt, sonst würden wir heute noch Holz, Kohle und Torf heizen und die Rösser einspannen und das Rohöl vom Scheich - der dann ja auch keiner wäre, was das einzig Positive an dieser Sache gewesen wäre - würde weder gebraucht noch nachgefragt.
Ja aber ein wenig Verständnis muss man für die arme OPEC dann doch aufbringen. Immerhin wird ja schon mehr als ein Prozent des weltweiten Kraftstoffbedarfes mit Biosprit gedeckt. Da bleiben ja nur noch knapp 99 Prozent Marktpotenzial übrig und das bei einem kümmerlichen Preis von 65 Dollar das Barrel. Der Bankrott der OPEC-Staaten ist wohl nicht mehr abzuwenden!
Gleichzeitig meinte der gute Mann, dass unter den hochgeschraubten Ölpreisen kann hauptsächlich der Westen leiden werde, da hier der Anteil alternativer Kraftstoffe zum Gesamtbedarf verschwindend gering sei. Ja was nun?
Sollen wir alle nur Wasser trinken, weil die Milch ja doch nicht für alle reicht? Der hat echt einen im Tee!
Dienstag, 05. Juni 2007
Grün, glitschig, ekelig, Hoffnungsträger
Zuerst hab ich es für einen Scherz gehalten, dann aber doch noch mal "gegoogelt" und sogar einen Bericht in der Süddeutschen Zeitung gefunden - ja, da muss dann wohl was dran sein!
Das Algen glitschig sind, wusste ich auch vorher, aber dass sie bis zu 70 Prozent Fett enthalten, dass war mir neu, ist aber schon irgendwie glaubhaft.
Jetzt gibt es tatsächlich Bestrebungen, Öl aus den Algen zu extrahieren um daraus Biosprit und natürlich auch Bioheizöl zu erzeugen.
Aber damit noch nicht genug. Während alle anderen "grünen" Spritsorten aufgrund der begrenzt verfügbaren Ackerflächen und der nicht immer (energie)effizienten und umweltschonenden Herstellung bisher schnell an ihre Grenzen stießen, soll dies bei Algenöl anders sein.
Der neue Wundertreibstoff braucht kaum Dünger und wenig Land. Jungunternehmer Jonathan Wolfson will mit seiner Firma Solazyme im Süden San Franciscos in wenigen Jahren Milliarden Liter Biodiesel und Rohöl produzieren - vorausgesetzt er bekomme das nötige Kapital.
Aber über das brauchen sich Pioniere der Umweltbranche neuerdings keine Sorgen mehr machen, egal ob in Europa oder neuerdings auch in den USA. Die Klimadiskussion treibt Milliarden an Wagniskapital in Forschung und StartUp`s.
Und zum Schluss noch das Beste an dieser Geschichte:
Algen gelten als CO2-Fresser! Also, je mehr Algen, desto mehr Öl und desto weniger klimaschädliche Gase!
Klingt doch irgendwie nach einer neuen heilen Welt!?
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