Heizöl-Weblog Archiv September 2007


FastEnergy Geschäftsführer Josef Weichslberger mit 20 Jahren Erfahrung in der Mineralölbranche macht sich seine persönliche Gedanken zum Heizöl-Markt.

 

Montag, 24. September 2007

Alles knapp!

Wer den Verlauf der Ölpreise in den letzten Wochen verfolgt hat, dem könnte fast ein wenig mulmig werden. Wo soll das noch hingehen?

Tatsächlich ist die Nachfrage nach Öl - vor allem aus der neuen (Produktions-)Weltmacht China - so groß, dass die Förderländer kaum mit dem liefern nachkommen. Die dahinter stehende Problematik bei den Kapazitäten war ja Thema meines letzten Blogs.

Es schein fast so, als würden wir gerade am Beginn einer neuen Epoche stehen, das vielleicht als "Zeitalter der Energie-Revolution" bezeichnet werden könnte. Die Zeit des Überflusses scheint bei diesem Thema jedenfalls endgültig vorbei zu sein.

Und das wir uns nicht missverstehen, die Problematik beschränkt sich beileibe nicht nur auf den Ölmarkt!
Preise für Eisen und Edelmetalle ziehen seit Jahren kräftig an, die Weizennotierungen haben sich binnen Jahresfrist gar verdoppelt und auch die Alternative im Treibstoffbereich Rapsöl verteuerte sich - wie auch Soja- oder Palmöl - innerhalb eines Jahres um über 20 Prozent!
Strom ist trotz der hinter uns liegenden Preissteigerungen laut dem EON-Chef immer noch zu billig und selbst der Holzpreis stieg vor nicht allzu langer Zeit auf den höchsten Stand seit Jahren, bevor "Kyrill" die Hoffnung der Waldbauern vorübergehend im wahrsten Sinne des Wortes in den Wind pustete.

Das einzige was man gegen eine sich abzeichnende Energiekrise tun kann ist sparen! Nicht besonders populär, aber effektiv und lohnend!

 

Mittwoch, 12. September 2007

OPEC nur von geringem Interesse

Fast war es zu befürchten. Die OPEC erhöht die "offizielle" (glauben Sie mir, die Anführungsstriche haben ihre Berechtigung) Fördermenge und keinen interessiert es. Das allseits beliebte Kartell hätte gestern auch den Einstieg ins Milchgeschäft beschließen können ohne wahrgenommen zu werden.

Denn die Problematik im Ölmarkt liegt derzeit - wie übrigens auch schon im letzten Jahr - nicht in der Förderung des Rohöls, sondern in den Verarbeitungskapazitäten.
Jetzt könnte der ein oder andere doch auf die Idee kommen, dass doch mal schnell ein paar Raffinerien mehr gebaut werden könnten.

Chja - wenn das nur mal so einfach wäre. Wer schon mal an einer solchen vorbeigefahren ist, wird bemerkt haben, dass dies nur schwer mit dem Bau eines Kindergartens vergleichbar ist. Was sich dabei noch rund herum mit der Infrastruktur inkl. Rohölversorgung und den Sicherheitsmaßnahmen abspielt, ist kaum zu überblicken.

Wirtschaftlich werden solche Projekt über eine Zeitdauer von 20 bis 30 Jahren gerechnet. Dass es bis dahin noch Rohöl in Hülle und Fülle geben wird, ist kaum zu bezweifeln. Aber ob es auch noch im vollem Umfang gebraucht wird - und wenn ja, dann wo? Wer investiert schon gerne in schrumpfende Märkte?
Die Frage ist doch nicht, wann das Rohöl zu Neige geht, sondern wann die Alternativen in ausreichender Menge verfügbar sind und wirtschaftlich interessant werden - und zwar inklusive Steuern, gell, Herr Steinbrück!

Die westlichen Industrieländer haben sich bekanntlich hohe Ziel bei der CO2-Einsparung gesteckt, die Wissenschaft arbeitet mit Hochdruck an Alternativenergien, China sichert sich Rohstoffvorräte in verschiedensten Formen auf der ganzen Welt! Wer soll da noch durchblicken?

Wir stehen mitten in einem neuen "Zeitalter der Energierevolution"!

 

Montag, 03. September 2007

Schlecht zu verkaufen

Das Thema Energie ist vor allem dann ein (Medien)Thema, wenn der Sprit an den Zapfsäulen wieder mal einen neuen Höchststand erreicht hat, die Heizölpreise die Inflationsrate nach oben treiben oder Russland den Gashahn abdreht.

Aber derzeit ist es doch verdächtig still.
Ergo müssten die Preise wohl gar nicht so schlecht liegen.

Und so ist es! Doch keiner bekommt es mit, weil es keine Katastrophenmeldung ist.

Dabei gäbe es derzeit doch so schöne Schlagzeilen wie "Heizölpreise günstiger als in den letzten beiden Jahren".

Aber es ist wie bei allen anderen Themen. Gute Nachrichten verkaufen sich einfach schlecht.
Dabei würden von diesen oft Viele profitieren - ganz anders als bei Negativschlagzeilen - da gibt es fast immer Verlierer!