Heizöl-Weblog Archiv Oktober 2007
FastEnergy Geschäftsführer Josef Weichslberger mit 20 Jahren Erfahrung in der Mineralölbranche macht sich seine persönliche Gedanken zum Heizöl-Markt.
Dienstag, 30. Oktober 2007
Wer schützt die Verbraucher?
Das muss ich mich in letzter Zeit wirklich mal fragen, wenn ich die Berichterstattung über die hohen Ölpreise verfolge.
Was da an schlecht recherchierten Beiträgen auf den Bürger einprasst, geht nicht auf die berühmte Kuhhaut.
Ist das überall so? Ich meine mich nur am Ölmarkt und beim Fußball ein wenig auszukennen. Alles andere kann ich ja ebenso schlecht beurteilen wie der allgemeine, normalsterbliche Energieverbraucher die Wirrungen am Ölmarkt.
Nun egal - wenn sich gar keiner mehr auskennt und die Not angesichts der stark gestiegenen Ölpreise am größten ist, kommen meist die Verbraucherschützer ins Spiel - und dann wird's aber richtig gefährlich!
Wehe, wenn die einen Text mal auf die Festplatte gebrannt haben, dann schauen die nicht mehr links und rechts:
"Klar, Sammelbestellungen, das ist die Lösung bei den hohen Heizölpreisen. Egal ob Winter oder Sommer, groß oder klein, mehr oder weniger, egal. Hmmm, halt aber Vorsicht! Zahlt einer aus dem Verein nicht, sind alle anderen dran".
"Aber macht nichts, da gibt es ja noch die Sammelbestellung im Internet, klaro, das ist die Lösung. Registrierte Interessenten aus einer Region werden - falls es jemals genügend gleichzeitig in einem engeren Kreis davon gibt - einem Heizölhändler "hingeschmissen". So jetzt mach mal - die alle brauchen vielleicht Heizöl, denn wer erst mal ein halbes Jahr registriert und keine Meldung über ein Zustandekommen erhalten hat, hätte vielleicht in der Zwischenzeit doch schon mal auf die Idee kommen können woanders z.B. bei FastEnergy ;-) zu bestellen.
So, weiter - jetzt ist aber noch kein Wort über den Preis gefallen, ja ist ja wohl auch nicht so wichtig, schließlich spart man bei der "Sammelbestellung" von Haus aus immer- oder vielleicht doch nicht?
Die mit den großen Mengen tanken nämlich meistens alleine günstiger als in der Gruppe und da ist es dann schnell vorbei mit der Solidarität.
Tja, bleibt für den Händler nicht mehr viel übrig. Sollten wirklich noch ein paar wenige Verbliebene bestellen wollen, müssen diese dann gemeinsam in einer Tour untergebracht werden.
Das schafft vielleicht die Roswitha aus der Siedlung bei ihrer jährlichen "richtigen" Sammelbestellung während des Grillfestes im Sommer, aber nicht der arme Heizölhändler am Telefon.
Und was ist das Ergebnis? Händler, die in einer Gemeinde kreuz und quer 500-Liter-Posten nach mühsamer Terminabstimmung ausliefern, Kunden die nach ewigem Hinhalten vielleicht irgendwann beliefert werden und statt den versprochenen 5 bis 10 Prozent - wenn überhaupt - 0,5 bis 1 Prozent eingespart haben.
Um zur Eingangsfrage zurückzukommen. Fragen sich sogenannte Verbraucherschützer oder -zentralen eigentlich hin und wieder, ob das, was Sie seit Jahren verzapfen auch wirklich stimmt und in der Praxis Anwendung findet?
Oder lassen sie sich nur einfach von ein paar Souffleuren auf dem laufenden halten, die ein knallhart profitorientiertes Portal - gewollt oder ungewollt - mit einer gemeinnützigen Einrichtung verwechseln?
Ich vermute leider letzteres.
Dienstag, 09. Oktober 2007
Schwarz oder Weiß - Grün oder Petrol
Kaum steigt der Ölpreis wieder auf einen neuen Rekordwert, geht das Gerangel zwischen den "sauberen", alternativen Weltverbesserern und der "Old Economy" der Energiebranche wieder los.
Während die einen den baldigen Untergang der westlichen Welt am versiedenden Tropf des Morgenlandes inszenieren, erklären die anderen zum hundertsten Mal, dass auch alternative Rohstoffe ihre Grenzen und nicht nur Vorteile haben.
Als wenn die Weisheit nur auf einer Seite zu suchen und zu finden wäre ...
Denn die einen wissen ganz genau, dass es "ohne fossil" einfach (noch) nicht geht und sie ohne Öl selbst sofort einpacken könnten. Die anderen freuen sich (oder sollten sich zumindest freuen), wenn Alternativen in Sichtweite kommen, die sie oder ihre Kinder eines Tages selbst vermarkten oder nutzen können.
Ich habe sehr viel mit beiden Lagern - die im Grunde genommen in der gleichen Branche tätig sind - zu tun und kann ein miteinander leider nur selten spüren. Es gibt meist nur "schwarz oder weiß". Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel.
Das Ergebnis ist die totale Verunsicherung der Verbraucher, die die Quittung in Form eines Modernisierungsboykott u.a. bei Heizungsanlagen liefern, woran Ressourcen und Umwelt jedoch am meisten leiden.
Das hektische Hin- und Herspringen vieler Heizungsbaubetriebe, die sich mehr von der Lieferfähigkeit und den Anreizen der Kesselhersteller, als von den Bedürfnissen der Kunden leiten lassen.
Die Hau-Ruck-Förderprogramme des Bundes und der Länder, deren Budget mal erschöpft sind oder auch mal ganz gestrichen werden, um im nächsten Jahr mit veränderten Fördersätzen wieder neu aufgelegt zu werden.
Die Steuerpolitik der großen Koalition, der die Steuerausfälle aufgrund der zunehmenden Akzeptanz von Biokraftstoffen - Klimaziele hin oder her - schnell zu hoch werden, deshalb - ohne jegliche Weitsicht - eine Besteuerung beschließt, um dann - so jedenfalls die neueste Tendenz bei Pflanzenöle - reumütig zurückzurudern, weil halt mittlerweile in der Biobranche doch a bisserl mehr dranhängt als ein paar verlorene Steuermilliönchen.
Keiner kennt sich mehr so recht aus und wartet einfach mal ab.
Dabei wusste schon Ludwig Erhard um den großen Einfluss der Marktpsychologie auf die reelle Entwicklung der Wirtschaft.
Erst die Nutzung der fossilen Rohstoffe hat uns den heutigen Wohlstand gebracht, ohne den wir nicht in der Lage wären, Alternativen zu erforschen und zu fördern. Also sollte die Botschaft doch heißen: Alles ist gut was funktioniert, sicher und effizient ist. Ob Autos mit Benzin, Diesel, Rapsöl oder Gas angetrieben werden, ob mit Holz, Öl und/oder Sonne geheizt wird.
Denn bei einem scheinen sich alle Lager - mittlerweile sogar in den USA - ausnahmsweise einig zu sein. Es muss am Verbrauch gespart werden!
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