Heizöl-Weblog Archiv November 2006
FastEnergy Geschäftsführer Josef Weichslberger mit 20 Jahren Erfahrung in der Mineralölbranche macht sich seine persönliche Gedanken zum Heizöl-Markt.
Mittwoch, 22. November 2006
Mehrwertsteuererhöhung - kaufen oder warten?
Bereits jetzt wird viel darüber spekuliert, ob man sein Heizöl nun noch heuer, vor der viel diskutierten und so gefürchteten Mehrwertsteuererhöhung kaufen sollte, oder eben nicht.
Dazu eine ganz klare Antwort: JEIN
Hierzu die aus meiner Sicht möglichen Szenarien:
In der Variante 1 bleibt der Markt stabil wie zur Zeit, die Nachfrage normal (was das auch immer sein mag)und es ändert sich auch nach dem 31.12.2006 nur wenig am Rohölmarkt.
Im zweiten Szenario geht es am Markt typisch vorweihnachtlich hektisch zu, die Nachfrage ist hoch (wie vor ein paar Wochen) und die Rohölpreise springen munter auf und ab.
Beides ist möglich.
Tritt die erste Variante ein, wäre es auf jeden Fall sinnvoll, noch rechtzeitig vor der Steuererhöhung zu bestellen.
Im Szenario 2 sollte nur im alten Jahr bestellt werden, wenn der Preis sich im neuen Jahr kräftig nach oben bewegt, denn bei stabilen oder gar sinkenden Preisen wird´s dann durch den wegfallenden "Angstzuschlag" auf jeden Fall billiger - wohl zumindest aber nicht teuerer. Wer nicht weiß, was am Rohölmarkt Anfang Januar passiert, der sollte zum Wahrsager gehen - der weiß es!
Also wie schon gesagt, ich bin ein klarer Befürworter beider Varianten.
Oder sollte ich lieber zugeben, dass ich keine Ahnung habe?
Mittwoch, 15. November 2006
Alle schon voll?
"Für diese Jahreszeit zu ruhig" müssten wir sagen, wenn wir die derzeitige Situation am Heizölmarkt beschreiben sollten.
Sah es vor ein paar Tagen noch so aus, als würde die Verlosung eines Lotto-Millionen-Jackpots eine vorherige Heizölbestellung zur Bedingung haben, scheint die Ziehung nun vorbei zu sein.
Sind denn alle Tanks schon aufgefüllt? fragt sich derzeit sicher so mancher Ölhändler und - ganz ehrlich gesagt - ich mich auch.
Zugegeben schadet auch eine kleine Verschnaufpause der zuletzt arg strapazierten Ausfuhrlogistik des Handels sicher nicht. Unsere Kunden wollen ja schließlich wieder in den Genuß der sonst üblichen schnellen Belieferung kommen.
Aber es zeigt sich halt immer wieder, dass kein Jahr wie das andere ist und dass das Heizölgeschäft immer wieder für Überraschungen gut ist.
Wer soll da vernünftige Antworten finden?
Freitag, 03. November 2006
Wenn sich Erwartungen nicht erfüllen
Dumm aus der Wäsche schaut derzeit so mancher Hausbesitzer unter seiner Wolldecke hervor, der in den letzten Jahren seine Ölheizung durch eine "pellet-getriebene" Feuerstätte ersetzt hat.
Ja, er hat´s gut gemeint, mit der Umwelt und natürlich auch für sich und seine Umgebung. Er wollte forstschrittlich sein, Arbeitsplätze in der Region schaffen und Versorgungssicherheit haben, einfach unabhängig sein.
Und jetzt fühlt er sich (in seiner kalten Bude) allein gelassen.
Denn wenn er in der glücklichen Lage ist, überhaupt die mit glühenden Augen und revolutionärem Weitblick getauften "Feuerstücke" oder "Kraftpellets" geliefert zu bekommen, wird er spätestens beim Blick auf die Rechnung den Glauben an die Gerechtigkeit verloren haben.
Satten 50(!)Prozent mehr binnen Jahresfrist, steht derzeit ein im Vergleich zum Vorjahr deutlich gefallener Heizölpreis gegenüber. Die Strategie, die rund doppelt so hohen Anschaffungskosten für die Technik mit günstigeren Brennstoffkosten über die Jahre auszugleichen, scheint nicht aufzugehen.
Es hieß doch immer, die Heizölpreise steigen, Pellets bleiben auf Jahre stabil im Preis!
Es soll hier nicht der Eindruck erweckt werden, dass ein Vertreter der Ölbranche Schadenfreude empfindet oder ausdrücken möchte. Ganz im Gegenteil, die Pelletbranche kann ja nix dafür, dass von Politik, Medien und Horrorszenarien über unlustige Typen wie Ahmadinedschad oder sein Ebenbild aus Nordkorea getrieben, plötzlich alle in eine Richtung laufen, in einen Markt, der bestenfalls und langfristig 5 bis 10 Prozent des Wärmemarktes befriedigen kann.
Die kriegen derzeit arg ihr Fett weg und hier ist eher solidarisches Mitleid angebracht als Häme.
Aber, zu schnelles Wachstum ist eben ungesund und wirkt zerstörerisch, wie uns das Platzen der Internetblase um die Jahrtausendwende eigentlich gelehrt haben müsste.
Und eine ganze Branche rechtsschaffender, in ruhinösem Wettbewerb stehende mittelständischer Heizölhändler mit einer gewaltigen Versorgungsfunktion zu diskriminieren - sei es durch Gasanschlußzwänge bzw. -kosten, oder lockere Förderung alternativer Energien - einfach ungerecht.
Also - bitte künftig besonnen an die Dinge ran gehen und zweimal überlegen. Sich auch mal einen Markt eine bestimmte Zeit sich selbst über- bzw. entwickeln lassen.
Nicht eine alte "Dreckschleuder" aus den 80ern, mit einer modernen, äußerst emmissionsarmen und sparsamen, samt Tank in einen größeren Kleiderschrank passende Öl-Brennwertanlage verwechseln, die 30 bis 40 Prozent Heizöl spart und dann sogar noch locker Geld für eine harmonische Ehe mit einer tollen Solaranlage übrig lässt.
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