Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise starten schwach in neue Handelswoche - Heizölpreise auf Langzeittief

02.11.2020, 09:14 Uhr von Josef Weichslberger
Heizöl-News - Heizölpreis-Analyse

Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten bleiben auch zum Start in die neue Handelswoche unter Druck und liefern beste Vorgaben für den österreichischen Inlandsmarkt. Hier fallen die Heizöl-Notierungen in Folge erfreulicherweise weiter, auf den tiefsten Stand seit mehr als 16 Jahren zurück.

Aktuell stehen die Januar-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 36,65 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 34,40 Dollar. Der Euro fällt im Vergleich zum US-Dollar immer weiter zurück und wird heute Morgen nur noch zu Kursen um 1,1630 US-Dollar gehandelt.

Der Ölmarkt ist wieder angeschlagen, was angesichts der vielen preisdrückenden Meldungen nicht verwunderlich ist. 
Vor allem die neuen Lockdowns in Europa drücken auf die Stimmung der Börsianer, aber auch die Schätzung der Analysten, dass die OPEC-Produktion im Oktober um gut 200.000 Barrel pro Tag zugenommen hat. Zwar wurde dies im Wesentlichen durch die Wiederaufnahme der libyschen Ölexporte verursacht, aber es verdeutlicht, dass das Kartell mit ihren Verbündeten wieder in einem Dilemma steckt, sollte die Nachfrage nicht wie erwartet anziehen.
Auch in den USA befindet sich die Schieferölindustrie wieder im Aufwind. Die Zahl der aktiven Bohranlagen ist im Vergleich zur Vorwoche um weitere zehn, auf nun 221 Einheiten angestiegen.
Die spannende Frage in den nächsten Tagen und Wochen wird wohl sein, ob und wie schnell die neuen Beschränkungen wirken und die Zahl der Neuinfektionen in Folge bald wieder zurückgeht, so wie dies derzeit in Irland zu beobachten ist. Hier wurde der Lockdown ja bereits Mitte Oktober verhängt.
Auch die US-Wahl könnte sich in den nächsten Tagen auf den Ölmarkt auswirken. Morgen Dienstag schließen die Wahlurnen, mit Ergebnissen ist bei uns aber erst am Mittwoch zu rechnen.
Die am Freitag veröffentlichten Konjunkturdaten fielen überwiegend gut aus und stützten die Ölpreise. Das Bruttoinlandsprodukt der EU legte im dritten Quartal um 12,7 Prozent zu und in den USA überraschte der Chicagoer Einkaufsmanagerindex mit 61,1 Punkten positiv. Auch das US-Verbrauchervertrauen lag mit 81,8 Punkten leicht über der Analystenschätzung.

Am Devisenmarkt konnte der US-Dollar von diesen Zahlen profitieren und im Vergleich zum Euro weiter zulegen. Dieser hat es in diesen Tagen, angesichts der hohen Covid-19-Infektionszahlen weiter schwer, zumal auch das Thema Brexit weiter auf unserer Gemeinschaftswährung lastet. Mittlerweile hat der Euro im Vergleich zum "Greenback" das tiefste Niveau seit Mitte Juli erreicht.
 
Die Heizölpreise hierzulande werden heute, trotz der weiteren Währungsverluste, mit schönen Abschlägen in die neue Handelswoche starten. Aktuelle Berechnungen und erste Preistendenzen lassen aus morgendlicher Sicht ein Minus in einer Größenordnung von ein bis eineinhalb Cent pro Liter erwarten. Somit wird wieder einmal ein neues Langzeittief erreicht. Seit dem Jahr 2004 konnte nicht mehr billiger bestellt werden! Wer also noch etwas Platz im Tank hat, sollte durchaus Überlegungen anstellen, eventuell auch eine  Kleinmenge zu ordern.

Weitere Marktberichte

Dienstag, 03.11.2020, 08:56 Uhr

Die Ölpreise haben gestern im Laufe des Tages deutliche Gewinne verbuchen und so einen Teil der in den letzten Tagen erlittenen Verluste wieder wettmachen können. In Folge werden die Heizöl-Notierungen mit kräftigen Aufschlägen in den Handel starten.

Freitag, 30.10.2020, 09:10 Uhr

Die Ölpreise blieben auch gestern wieder unter Druck, wenngleich in der zweiten Tageshälfte eine gewisse Stabilisierung zu beobachten war. In Folge werden die Heizöl-Notierungen aller Voraussicht nach auch heute wieder etwas nachgeben.

Heizöl-Marktdaten

Gasölpreis

02.11.: *1) 314,00 $
30.10.: *2) 306,50 $

Rohölpreis (Brent)

02.11.: *1) 39,29 $
30.10.: *2) 37,46 $

Dollarkurs

02.11.: *1) 0,8592 €
30.10.: *2) 0,8587 €

*1) Schlusskurs vom Stand 02.11.2020, 23:59 Uhr
*2) Schlusskurs vom Vortag (30.10.2020, 23:59 Uhr)

Heizöl

02.11.: *1) 52,21 €
01.11.: *2) 52,67 €

*1) Schlusskurs vom Stand 02.11.2020, 23:59 Uhr
*2) Schlusskurs vom Vortag (30.10.2020, 23:59 Uhr)

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