Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise ziehen trotz deutlich gestiegener US-Bestände kräftig an!

12.01.2017, 08:18 Uhr von Josef Weichslberger
Welt verkehrt an den internationalen Warenterminmärkten. Obwohl die wichtigen DOE-Ölbestandsdaten eindeutig bearish ausgefallen sind, zogen die Ölpreise gestern nach Veröffentlichung deutlich an und sorgen somit dafür, dass auch die Heizöl-Notierungen heute erstmals in dieser Woche mit steigender Tendenz in den Handel starten werden. 

Aktuell stehen die März-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 55,30 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 52,30 Dollar. Der Euro kann im Vergleich zum US-Doller etwas zulegen und wird derzeit zu Kursen um 1,0625 Dollar gehandelt.

Nach dem überraschenden Aufbau der US-Ölvorräte (API) und einem eher neutral zu wertenden Monatsbericht des US-Energieministeriums, starteten die Rohölpreise gestern relativ stabil in den europäisch geprägten Handel. Hierbei blieb die Nachrichtenlage recht dünn.
Auch am Nachmittag gab es keine neuen Markt bewegenden Meldungen, sodass der Handel stark von technischen Faktoren geprägt war.
Je näher die Veröffentlichung der viel beachteten DOE-Ölbestandsdaten rückte, desto weiter kletterten die Futures nach oben. 
Als hier dann ein extrem hoher und in der Höhe sicherlich auch völlig unerwarteter Aufbau von sage und schreibe 17,5 Millionen Barrel veröffentlicht wurde, hätten der Ölkomplex eigentlich deutlich einbrechen müssen. 
Kurzfristig ging es auch steil nach unten, bevor eine völlig überraschende Kehrtwende eintrat und die Ölpreise wieder anzogen, neue Tageshöchstände markierten und schließlich auch in Nähe dieser aus dem Handel gingen.
Die einzig bullish zu wertende Meldung war, dass laut Aussage asiatischer Raffineriegesellschaften, Saudi-Arabien seine Lieferungen ab Februar um 20 bis 30 Prozent kürzen wird.

Am Devisenmarkt warteten die Marktteilnehmer mit Spannung auf die Rede des künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Zunächst konnte der US-Dollar im Vergleich zum Euro etwas zulegen, brach aber ein, als es keine klaren Aussagen zur künftigen Wirtschaftspolitik gab. Schlussendlich konnte unsere Gemeinschaftswährung den Handel klar im Plus beenden.

Dank der Währungsgewinne werden die Heizöl-Notierungen heute wohl nur moderat anziehen. Aktuelle Berechnungen lassen aus morgendlicher Sicht ein Plus in einer Größenordnung von einem halben bis knapp einen Cent pro Liter erwarten. Viele Verbraucher beobachten derzeit den Markt und hoffen auf fallende Kurse, was bei knapper Vorratslage aber gefährlich werden kann. Denn die weiterhin recht kalten Temperaturen könnten die Lieferzeiten bald ansteigen lassen und Eillieferungen kosten Geld. Also bitte nicht zu lange mit der Bestellung warten.